Tagesthemen, Donnerstag, 23. Juni

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Tennisprofis nagen am Hungertuch

Hamburg. Nur ganz wenige Tennis-Profis können von ihrem Verdienst auf der Tour leben. Dies ergab eine von der ITF – International Tennis Federation – in Auftrag gegebene Studie.

Untersucht wurde die Saison 2013. Danach konnten nur 1,8 Prozent der männlichen und 3,1 Prozent der weiblichen Spieler den Lebensunterhalt aus Preisgeldern bestreiten. Zugrunde gelegt hatte das wissenschaftliche Team um Datenanalyst Michael Bane einen Betrag von 160.000 Dollar, der für die Teilhabe am Profi-Zirkus inklusive Reisen, Unterkunft, Kleidung, Training etc. über das Jahr anfällt.

 

Laut Studie können  nur 160 der 8874 Männer und 150 der 4862 Frauen einen Profit einfahren – fast die Hälfte verdiente gar kein Preisgeld. Was bei einer Preisgeld-Ausschüttung von 150 Millionen Euro bei den Männern und 110 Millionen Euro bei den Frauen nachdenklich stimmt. Und es kommt noch besser: 92 Millionen Euro (61 Prozent) kassierten die Top 50 bei den Männern, bei den Frauen strichen die Top 50 die Hälfte aller Prämien ein. Die Wissenschaftler meinen nun, es müssten Überlegungen angestellt werden, wie das Preisgeld besser verteilt werden kann, zumal die Top 50 auch von Werbeeinnahmen leben. Als Quintessenz führen die Uni-Leute an, dass der Tennis-Sport auf Dauer unter diesen Bedingungen leiden würde, Talente verloren gehen.

 

Geschehen ist bisher nichts.

 

(Die Infos stammen aus der Süddeutschen Zeitung).

 

 

 

Das Preisgeld beim ITF-Turnier Future Nord

 

Herren: Winner: 1440 Dollar, Finalist: 848, Semi-finalist:  502, Quarter-finalist:  292, Round of 16:  172, Round of 32: 104.

 

Damen: Winner: 1568 Dollar, Finalist: 980, Semi-finalist: 490, Quarter-finalist: 245, Round of 16: 196, Round of 32: 98.

 

Und es gibt noch Preisgelder für die Doppel.