„Sind wir hier bei der Wimbledon-Quali oder in Kaltenkirchen

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Kaltenkirchen. Der Sieger des 20.000-Dollar-ITF-Turniers Future Nord heißt Gregoire Jacq. Der Franzose gewann durch eine verletzungsbedingte Aufgabe von Yannick Maden beim Stand vom 3:6, 3:2. Bei den Damen siegte Katharina Hobgarski gegen Lisa Matviyenko mit 6:3 und 6:3.

Yannick Maden ( v. l.), Gregoire Jacq und Dr. Frank Intert.

 Der an vier gesetzte Jacq (Weltrangliste 460) gewann bei dem ITF-Future 18 Weltranglistenpunkte und 1440 Dollar Preisgeld. Die an drei gesetzte Katharina Hobgarski (BASF TC Ludwigshafen, 512) gewann 12 Punkte und ein Preisgeld 1568 Dollar. Dem Finalisten und an eins gesetzten Maden (TEC Waldau Stuttgart, 424) werden 10 Punkte gut geschrieben, und er erhielt 848 Dollar. Matviyenko (Club An der Alster, 774) kassierte 980 Dollar und sieben Punkte.

Maden hatte im Finale Pech. Beim Stand von 6:3 und 2:1 für den Favoriten verletzte er sich am Fuß und musste behandelt werden. Doch mit Laufen war es vorbei. Yannick Maden versuchte es, doch jeder sah, es ging nicht mehr. Nach zwei verlorenen Spielen gab es schließlich beim Stand von 2:3 auf.

Zuvor hatten die Finalisten – witterungsbedingt – am Morgen auch die Halbfinalspiele ausgetragen. Yannick Maden gewann gegen Jonas Lütjen (TC Weinheim, 622) in drei Sätzen 6:4, 4:6, 6:1.

Im zweiten Herren-Halbfinale spielte sich ein wahrer Tenniskrimi ab. 3 Stunden und acht Minuten kämpften der an zwei gesetzte Kevin Krawietz (TC Großhesselohe, 428) und Gregoire Jacq um jeden Punkt. Und da stellte ein Zuschauer die rhetorische Frage: „Sind wir hier bei der Wimbledon-Quali oder in Kaltenkirchen?“ Krawietz und Jacq hatten quasi das Finale vorgezogen. Die Ballwechsel waren entgegen den meisten Matches nicht von einem Grundlinienspiel geprägt. Vielmehr nutzten beide Spieler nach einer guten Vorbereitung ihre Chance am Netz oder mit einem Stoppball. So setzten sie sich gegenseitig unter Druck und bekamen immer wieder den Applaus von rund 200 Zuschauern. Der erste Satz ging mit 7:5 an Jacq, der zweite Satz mit 6:4 an Krawietz und der dritte Satz wiederum mit 7:5 an Jacq. Beide Spieler sind auf der internationalen Tennisbühne unterwegs. Für die Kenner des neuntägigen Turniers war es das beste und abwechslungsreichste Match.

Auch bei den Damen gab es im Halbfinale zweimal sehenswerte Dreisatz-Matches. Katharina Hobgarski gewann gegen Vendula Zovincova (CZE, 758) mit 2:6, 6:4 und 6:4. Lisa Matviyenko besiegte mit 6:4, 1:6, 6:4 die Belgierin Kimberley Zimmermann (698).

Im Herren-Doppel siegten Gabor Borsos und Adam Kellner (beide Ungarn)  gegen Jonas Lütjen (TC Weinheim) und Timon Reichelt (TEVC Kronberg) mit 7:6, 6:4.  Im Damen-Doppel gewannen Katharina Hobgarski (BASF TC Ludwigshafen) und Julia Wachaczyk (TC Union Münster) gegen Bianka Bekefi (Ungarn) und Charlotte Römer (Ecuador) mit 6:4, 6:2.

Während der Siegerehrung bedankte sich Verbandspräsident Dr. Frank Intert (SH) im Namen seiner Kollegen aus den beteiligten Verbänden, bei den Zuschauern für das rege Interesse, beim TC An der Schirnau für die zur Verfügung gestellte hervorragend gepflegte Anlage und beim Organisationsteam. „Wir freuen uns, mit diesem Turnier dem Nachwuchs aus unseren eigenen Reihen, aus den anderen DTB-Landesverbänden sowie von der internationalen Bühne eine sportliche Plattform anbieten zu können. 23 Nationen waren hier vertreten. Dies spricht für sich, ebenso die Anzahl der Teilnehmer aus Norddeutschland.“

 

Jens Kröger (TV HH), Bernd Wacker (TV Berlin-Brandenburg), Katharina Hobgarski und Lisa Matviyenko, Björn Kroll (TV SH)

und Henner Steuber (TV Niedersachsen).

 

Gregoire Jacq

Yannick Maden

 

 Katharina Hobgarski

 

 

 Lisa Matviyenko

 

 

Jonas Lütjen

 

 Kevin Krawietz

 

Kimberley Zimmermann

Vendula Zovincova