Und was bleibt von der Prämie? - 24 Euro!

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Dass die Tenniswelt eine finanzielle Zweiklassengesellschaft ist, kann nicht als bahnbrechende Erkenntnis herhalten. Die Schere zwischen Krösus und Bettelmann geht aber offenbar immer weiter auseinander. In Wimbledon wurde 2016 ein Gesamtpreisgeld von umgerechnet 33,6 Millionen Euro ausgeschüttet, wovon die Sieger der Damen- und Herrenkonkurrenz jeweils 2,4 Millionen Euro einstreichen - mehr als jemals zuvor. Von solchen Beträgen kann die weitaus große Mehrheit der Tennis-Profis nur träumen.

 

Das wird deutlich am Beispiel des französischen Profis Gregoire Jacq (Foto), der zumeist auf der Future-Tour zu Hause ist. Die 23-jährige Nummer 294 der Welt bestritt in ihrer Karriere lediglich vier Challenger-Matches und verdiente 2016 rund 7500 Euro an Preisgeld. Zuletzt gewann Jacq das Future in Kaltenkirchen, wofür er neben 18 Ranglisten-Punkten rund 1300 Euro Siegprämie einstrich. Der Erfolg war hart erarbeitet: Für den zweiten Future-Titel seiner Karriere stand der Franzose am Finaltag mehr als vier Stunden auf dem Platz. Zunächst gewann Jacq das verlegte Halbfinale gegen Kevin Krawietz nach drei engen Sätzen, um kurz darauf gegen Yannick Maden im Finale anzutreten - von dessen Aufgabe er allerdings profitierte.

 

Doch nach Abzug von Steuern blieben dem Linkshänder aus Clermont-Ferrand gerade einmal 954 Euro übrig. Wie die Online-Plattform "Tennisworldusa" vorrechnet, musste Jacq davon noch 400 Euro für Flüge, 300 Euro für das Hotel, 200 Euro für Restaurants sowie 30 Euro für den Besaitungsservice berappen. Von den übrigbleibenden 24 Euro lassen sich wohl kaum große Sprünge machen. So oder so ähnlich geht es den meisten Spielern, die nicht im Rampenlicht stehen